Die
Neubaumaschinen 99 231 bis 99 247 wurden in den 50er Jahren für die
Schmalspurbahnen Eisfeld - Schönbrunn, Gera-Pforten - Wuitz - Mumsdorf und
die Harzquer- und Brockenbahn durch den VEB Lokomotivbau "Karl Marx" in
Babelsberg gebaut. Dies war unbedingt nötig, da der Lokomotivpark dieser
Bahnen völlig überaltert war. Außerdem ging ein Teil der
Maschinen im Krieg verloren.
Die Konstruktion der
Neubaumaschinen lehnt sich sehr stark an die der Einheitslokomotiven 99 221 bis
99 223 an. Von diesen ist aber nur die 99 222 erhalten geblieben. In vielen
Konstruktionsmerkmalen weicht die Neubaulok jedoch von ihren Vorbildern ab. So
wurde zum Beispiel der Rahmen als Blechrahmen ausgeführt. Die
technologischen Möglichkeiten der Nachkriegszeit ließen die
Ausführung als Barrenrahmen nicht zu. Der Kessel ist vollständig
geschweißt, wobei der Langkessel aus einem einzigem Kesselschuß
besteht.
Nach der Einstellung des Betriebes auf der Eisfeld -
Schönbrunner Strecke gelangten auch die Lokomotiven99 222 (bereits 1966), 99 231, 99 235 , 99 236 und 99
237 in den Harz. In einigen Detaills mußten diese Maschinen
verändert werden. Der Grund hierfür besteht in den engen Bögen
der Harzstrecken.
Anfang der 70er Jahre erfolgte eine Umnummerierung der
Lokomotiven. Aus der 99 231 wurde die 99 7231 usw.. Dies sollte sich
zwischenzeitlich noch einmal ändern, als Ende der 70er Jahre alle
Neubaumaschinen auf Ölhauptfeuerung umgestellt wurden. Nun wurde aus der
99 7231 die 99 0231 usw.. Dies war für diese Lokomotiven eine nicht
besonders positive Maßnahme. Bei den Umbau glaubte man,
Brennstoff-Einsparungen gegenüber den Normalspur-Ölloks vornehmen zu
können. Die Einsparung des zweiten Brenners erkaufte man sich aber mit
Kesselschäden.
Im Rahmen der Ölablösung in der damaligen DDR
baute man die Maschinen wieder auf Rostfeuerung um. Ein Segen für die Loks
aber auch für die Umwelt, denn unverbranntes Öl sickerte nicht mehr
in die Gleise und in den Boden. Heute ist die Arbeit des Heizers zwar etwas
beschwerlicher aber besonders in den Sommermonaten ist die Hitze lange nicht so
groß wie damals mit dem geheizten Öltender und dem harten
Ölfeuer.
Nun haben die Maschinen wieder ihre 9972.. Nummer.
Obwohl die Deutschen Reichsbahn dazu überging Schmalspurdampflokomotiven
mit 099 zu bezeichnen und mit einer neuen Betriebsnummer zu versehen , wurde
auf den Harzer Schmalspurbahnen die alte eichsbahnbezeichnung beibehalten .
Etwa
zeitgleich mit der Rückumstellung auf Rostfeuerung vollzog sich der
Wechsel des Bremssystems von der Hardy-Saugluftbremse auf die Druckluftbremse.
Bei den Neubaumaschinen war das kein Problem da sie von Haus aus über eine
Druckluftanlage verfügen. Es wurde lediglich das VD-Ventil, welches
über die Saugluftbremse die Druckluftbremse der Lokomotive steuerte, durch
ein einlösiges Membranventil "EMV 10" ersetzt und die Maschine mit einem
Führerbremsventil "Dako BS4" sowie einem Zusatzbremsventil "Dako BP"
ausgerüstet. Bei den meisten Maschinen blieb die Saugluftanlage weiter in
Betrieb, um beide Bremsarten in der Übergangszeit benutzen zu können.
Ein Relikt aus der "Saugerzeit" ist aber noch der Umstand, daß sich das
Führerbremsventil neben der Feuertür befindet, der Platz neben dem
Steuerbock war ja durch den Luftsauger besetzt. Heute hat lediglich die 99 7247
noch einen Luftsauger.
Die Neubauloks prägen wegen ihrer hohen
Anzahl das Bild der Harzer Schmalspurbahnen vor allem im Regelzugbetrieb