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Begriffskatalog

HSB-Lexikonlogo "Achsfolge"


Wenn man die Baureihen der Lokomotiven vergleicht, so ist eines der typischen Merkmale die Achsfolge. Darunter versteht man die Anordnung der Achsen im Gesamtverband der Lokomotive. Man wird bei der Achsfolge zwischen angetriebenen Achsen (Treibachsen und Kuppelachsen) sowie Laufachsen unterschieden.

So haben die Neubaumaschinen der HSB eine führende Laufachse, fünf angetriebene Achsen und eine nachlaufende Laufachse. Die Achsfolge wird dabei immer von vorn beginnend (Schornstein vorn) geschrieben. Für die erste Laufachse eine 1, für die fünf angetrieben Achsen E (eine Achse A; zwei=B; usw) und für die letzte Laufachse wieder eine 1. Ein Apostroph (') zeigt an, ob sich die Achse oder Achsgruppe in einem Dreh- oder Lenkgestell befindet. Er wird aber häufig auch weggelassen. Also beschreibt 1'E1' die Achsfolge der Neubaumaschinen der HSB.

Ein weiteres Beispiel. Die 99 6001 hat die Achsfolge 1C1. Eine Laufachse, drei angetriebene Achsen und wieder eine Laufachse.

Was aber bedeutet nun die Achsfolge B'B ? Zwei angetriebene Achsen und noch einmal zwei angetriebene Achsen. Eine solche Maschine hat zwei getrennte Triebwerke. Diese Achsfolge finden wir bei den Malletmaschinen der HSB (z.B. 99 5901). Es hat bei den Harzer Schmalspurbahnen, bei der damaligen NWE, auch Malletmaschinen mit der Achsfolge C'C gegeben. Auch heute noch gibt es die Achsfolge C'C' bei den HSB. Die Dieselloks 199 8.. verfügen über zwei Drehgestelle mit je drei angetriebenen Achsen.


Hier eine erläuternde Tabelle:

Achsanordnung preußische Bez. Amerikanische Bezeichnung deutsche Bez. franz. Bez.
oOOo 2/4 T5 Columbia 2-4-2 1B1 P2P
ooOO 2/4 S6 oder P4 American 4-4-0 2B B2
ooOOo 2/5 S7 oder S9 Atlantic 4-4-2 2B1 B2P
OOO 3/3 G4 oder T8 six wheel switcher 0-6-0 C 3
oOOO 3/4 G5 oder T12 Mogul 2-6-0 1C P3
oOOOo 3/5 T6 Prairie 2-6-2 1C1 P3P
ooOOO 3/5 P8 oder S10 ten wheel 4-6-0 2C B3
ooOOOo 3/6 Pacific 4-6-2 2C1 B3P
ooOOOoo 3/7 T18 4-6-4 2C2 B3B
OOOO 4/4 G8 oder T1 3 eight wheel switcher0-8-0 D 4
oOOOO 4/5 G8 Consolidation 2-8-0 1D P4
oOOOOo 4/6 P10 oder T14 Mikado 2-8-2 1D1 P4P
ooOOOOo 4/7 Mountain 4-8-2 2D1 B4P
OOOOO 5/5 G10 oder T16 ten wheel switcher 0-10-0 E 5
oOOOOO 5/6 G12 Decapod 2-10-0 1E P5
oOOOOOo 5/7 T20 Santa Fe 2-10-2 1E1 P5P
ooOOOOO - Mastodon 4-10-0 2E B5
oOOOOOO 6/7 2-12-0 1F P6
oOOOOOOo 6/8 Javanic 2-12-2 1F1 P6P
OO OO 2/2 + 2/2 Mallet Articuled 0-4-4-0 BB -
OOOO OOOO 4/4 + 4/4 Mallet Articuled 0-8-8-0 DD -
oOOOO OOOOo 4/5 + 4/5 Mallet Articuled 2-8-8-2 1DD1 -
oOOOOO OOOOOo 5/6 + 5/6 Mallet Articuled 2-10-10-2 1EE1 -
oOOOO OOOO OOOOo 4/5 + 4/4 + 4/5 Centripede 2-8-8-8-2 1DDD1 -

Wie zu erkennen, ist die preußische Weise die Achsfolge zu bezeichnen sehr ungünstig. Aus Ihr ist nicht die Stellung der Achsen in der Lokomotive zu erkennen. Und es ist immer eine Zusatzbezeichnung nötig. Im englischen Sprachraum werden nicht die Achsen sondern die Räder gezählt. Und die französische Schreibweise entspricht eigentlich der Deutschen, nur das hier die Laufachsen mit Buchstaben bezeichnet werden und die treibenden Achsen mit Zahlen. Wobei bei einer Laufachse ein P steht und alle weiteren dem Alphabet folgen.


HSB-Lexikonlogo "Betriebsgattung"

Der Lokomotivbestand der Deutschen Reichsbahn war nach der Übernahme der verschiedenen Länderbahnen außerordentlich typenreich und umfaßte nicht weniger als 210 Bauarten. Es war daher nicht möglich, sofort alle Lokomotiven in Baureihen zu katalogisieren. So war die Unterscheidung nach Lokomotivgattungen die Vorstufe hierfür.

Auch heute noch lassen sich die Lokomotiven nach ihren Gattungen unterscheiden. Besonders wichtig ist dies, wenn eine Baureihe mehrere Lokomotivtypen enthält, wie das bei den Schmalspurlokomotiven der Fall ist. Denn alle Schmalspurdampfloks gehören zur Baureihe 99.
Sicher ist Ihnen schon ein Schild am Führerstand unserer Lokomotiven aufgefallen, das so oder ähnlich aussieht:

Die Bedeutung: K steht für Kleinspurlokomotive. Kleinspur steht hier für Schmalspur! Ein S würde z.B. für Schnellzuglok und Gt für Güterzug-Tenderlok stehen. Die 57, auf unserem Beispielschild von der Neubaulok muß man einzeln lesen - also fünf sieben. Fünf steht für fünf angetriebene Achsen. Die Sieben gibt die Gesamtzahl der Achsen an.

Auf 10 Tonnen Achsgewicht weißt die Zehn hin. Das Dreieck deutet darauf hin daß es Teile an der Maschine gibt, die aus dem Lichtraumprofil ragen. Der Strich darunter sagt daß diese Teile abbaubar sind.


Haben wir Ihr Interesse geweckt ? Wie wär's denn mit einer
Ausbildung zum Ehrenlokomotivführer oder -heizer?