über uns Technische Informationen zu Triebfahrzeugen Loktabelle

Datenblatt NWET3 (187025)



Dieser Triebwagen ist älter als
unsere Neubaumaschinen. Nach
einer langen Zwangspause
versieht er wieder seinen
Dienst auf unseren Strecken.

Größe Wert Einheit Formelzeichen Bemerkungen
Fahrgeschwindigkeit 60/60 km/h vmax vw/rw
Kraftübertagung - - - elektrisch
Dienstmasse 32,2 t M ld bei vollen Vorräten
mittl. Kuppelachslast 8 Mp - -
Betriebsgattung KD - - -
Kurzbezeichnung Bo'Bo'de - -
Achsfolge Bo'Bo' - - -
Länge 15600 mm - über Puffer
Drehzapfenabstand 11100 mm - -
Originalmotor - - - MAN; 516PS
Motor M11I-R2 - - Cummins; 328PS
Sitzplätze - Anzahl - nur Packabteil
Stehplätze - Anzahl - nur Gepäckabteil
Bordspannung 110 Volt Ub Gleichspannung
Bremsbauart - - - Dako + Zusatzbremse
Heizung - - - ölgef. Niederdruckkessel
Hersteller - - - MAN + Waggonfab. Wismar + Brown & Bowerie
befahrbarer Bogenradius 40 m R -

Zylinderkopf Von den Triebwagen der Nordhausen-Wernigeroder Eisenbahn ist nur noch der Gepäcktriebwagen ex NWET3 erhalten geblieben. Er wurde zusammen mit dem heute nicht mehr existenten T2 im Jahre 1938 in Dienst gestellt. Beide bildeten damals technischen Höchststand auf dem Gebiet des Triebwagenbaus. Darum kann man den T3 durchaus als ein "lebendes" Zeugnis der Entwicklung der Schienenfahrzeugtechnik bezeichnen.

In den 1960er Jahren wurden der ex T1 und T2 verschrottet. Es mangelte damals an den notwendigen Ersatzteilen.

Führerstand Der ex T3 versah seinen Dienst bis Ende der 1970er Jahre. Dann mußte er abgestellt werden, weil der Hochdruckkompressor ausfiel. Dieser Hochdruckkompressor war notwendig, um die Druckluftflaschen der Startanlage auf 60bar aufzupumpen, da das Fahrzeug mit einer Druckluftstartanlage ausgerüstet ist.

Zur Lösung des Problems wurde beispielsweise ein Zylinder des Sechs-Zylinder-Dieselmotors als Kompressors geschaltet. Doch das brachte nur die "dieseltypischen" 25-30bar Verdichtungsdruck.

Man gab den ex T3 schlichtweg auf und zeigte sich nicht mehr an diesem Fahrzeug interessiert. 1980 wurden sämtliche Ersatzteile des ex T3 verschrottet - darunter auch ein kompletter Satz Fahrmotore - noch in Ölpapier verpackt!


Motorraum Im Jahre 1981 wollten drei "eisenbahnversessene" Lehrlinge aus dem Bahnbetriebswerk Wernigerode im Rahmen eines "FDJ-Jugendobjektes" den ex T3 wieder herrichten. Dieser Vorschlag fand damals nicht die erforderliche Unterstützung. Doch die gute Idee zog über die Berufsschule weite Kreise - bis zur damaligen Reichsbahndirektion nach Magdeburg. Diese wies die Bahnbetriebwerk-Leitung an, den ex T3 wieder lauffähig zu machen. Die drei "Initiatoren" hatten aber bereits ausgelernt und wurden daher nicht an der "Wiedergeburt des ex T3" beteiligt.

Nach der Wende wurde die Frage nach dem weiterem Schicksal dieses Fahrzeuges erneut gestellt. Die Bahnbetriebwerke in Haldensleben und Blankenburg waren anfangs gewillt, den Triebwagen wieder instand zu setzen. Beide Dienststellen der Deutschen Reichsbahn gaben jedoch diese Aufgabe zurück. Zu lange schon hatte der Zahn der Zeit am ex T3 genagt.

Generator Die Aufarbeitung gestaltete sich wirklich nicht einfach. Nicht die Korrosionsschäden waren das Hauptproblem - auch ein Kompressor war zu beschaffen - vielmehr lagen die Probleme in der Elektro-Anlage und im Motor. Kein Wunder, alle Spulen im Generator, in den Motoren und Relais waren mit gewebeisoliertem Draht gewickelt. Keines dieser Teile entsprach mehr der heutigen DIN-Norm. Auch der langsamlaufende Dieselmotor brachte einige Ersatzteilprobleme.

Diese schier unmöglich scheinenden Instandsetzung hat letztlich die Firma MaLoWa in Benndorf erfolgreich geschafft - der ex T3 fährt heute wieder im Streckennetz der Harzer Schmalspurbahenen.

Es traten wiederholt Probleme mit dem Motor auf. Da aus Gründen des Denkmalschutzes eine umfassende Reparatur nicht möglich war, erhielt der Triebwagen im Frühjahr 1999 einen anderen Motor. Es handelt sich um den gleichen Motortyp, wie er in die Triebwagen 187016-019 eingebaut wurde. Der Originalmotor ist entsprechend konserviert in der Werkstatt Wernigerode-Westerntor eingelagert.

Da der Gepäcktriebwagen NWET3 (187025) kein Reisendenabteil besitzt aber bis zu vier Personenwagen ziehen kann (deshalb auch als Schlepptriebwagen bezeichnet), wird er mit Reisezugwagen am Zughaken für Sonderzugeinsätze genutzt.