Fahrpläne Unser Streckennetz

Zur Geschichte der Harzquerbahn

Die Harzquerbahn überquert den Harz in seiner nord-südlichen Achse. Auf den rund 60 Streckenkilometern zwischen Wernigerode und Nordhausen führen die Gleise im munteren Wechselspiel vorbei an allen Schönheiten des Harzes.

Harzquerbahn

Von Wemigerode geht die Fahrt zunächst quer durch den Ort, idyllisch umrahmt von Häusern und Vorgärten. Ab Steinerne Renne folgt der lange, kraftzehrende Anstieg nach Drei-Annen-Hohne, einem echten Wanderparadies. Die Fahrt führt entlang der engen Bögen des Drängetals und durch den einzigen Tunnel aller Schmalspurbahnen in den neuen Bundesländern. In Drei Annen Hohne zweigt die Strecke zum Brocken ab.

Auf der Fahrt weiter nach Nordhausen geht es über Hochebene bis Benneckenstein und anschließend durch tiefe, waldreiche Täler weiter nach Ilfeld, dem gebirgigen Tor des Südharzes. Die erlebnisreiche Fahrt endet letztlich am repräsentativen Empfangsgebäude Nordhausen Nord. Seit sich im Juli 1897 zum ersten Mal für einen Zug die grüne Kelle hob, wird die Strecke mit dampfbespannten Zügen befahren. Bis heute spürt man auf der rund dreistündigen Zugfahrt das Flair des vergangenen Jahrhunderts.


Zeittafel

27.05.1896 Erteilung der Konzession zum Bau und Betrieb einer Schmalspurbahn von Nordhausen nach Wernigerode mit einer Abzweigung auf den Brocken
25.06.1896 Gründung der Nordhausen-Wernigeroder Eisenbahn (NWE)
12.07.1897 Freigabe des ersten Streckenabschnitts Nordhausen - Ilfeld
01.05.1898 Inbetriebnahme der Strecke Ilfeld - Netzkater
20.06.1898 Eröffnung der Strecke Wernigerode über Drei Annen Hohne nach Schierke
28.07.1898 Feierliche Grundsteinlegung am Bahnhof Brocken
15.09.1898 Freigabe des Streckenabschnitts Netzkater - Benneckenstein
27.03.1899 Einweihung der Streckenteile Drei Annen Hohne - Benneckenstein und Schierke - Brocken. Damit wird das 79,41 km lange Streckennetz der NWE in seinerGesamtheit für den Verkehr freigegeben
01.04.1908 Die NWE übernimmt die Betriebsführung von der "Eisenbahnbau- und Betriebsgesellschaft Berlin"
01.04.1916 Die Verwaltung der NWE verlagert ihren Sitz von Nordhausen nach Wernigerode
01.04.1918 Eduard Scharnhorst übernimmt einen Direktionsposten bei der NWE und trägt in den Folgejahren durch sein weitsichtiges, innovatives Handeln erheblich zum wirtschaftlichen Aufschwung der Bahnen bei.
1926 Einrichtung eines eigenen Kraftfahrbetriebes für den Linien- und Ausflugsverkehr Symbol der Busse wird der "Harzer Roller"
06.07.1927 Der schwerste Unfall in der Geschichte der Harzquerbahn: Infolge starken Regens wird ein Bahndamm bei der Thumkuhlental-Brücke unterspült. Die Lok und zwei Wagen stürzt ab, sechs Menschen starben.
1945-1949 Einschränkung bzw. Einstellung des Zugverkehrs auf Harzquer- und Brockenbahn aufgrund des Drucks der sowjetischen Besatzer.
19.01.1949 Mit Übergabe der Enteignungsurkunde durch die sowjetische Militär- Administration wird die NWE enteignet
01.04.1949 Die Harzquer- und Brockenbahn wird der Deutschen Reichsbahn zur treuhändlerischen Verwaltung und Nutznießung übergeben
1954-1956 Anschaffung von 17 Babelsberger Neubaulokomotiven. Sie bilden bis heute das Rückgrat im Regelzugverkehr der Harzer Schmalspurbahnen
13.08.1961 Unterbrechung des Reisezugverkehrs zum Brocken durch den Mauerbau; ab Drei Annen Hohne ist die Weiterfahrt nach Schierke nur mit Passierschein möglich
1963-1964 Einführung des Rollwagenverkehrs auf der Harzquer- und Brockenbahn
1972 Das Ministerium für Verkehrswesen der DDR erklärt die Harzquerbahn zum technischen Denkmal
03.06.1984 Wiederinbetriebnahme des regelmäßigen Reisezugverkehrs auf der Srecke Straßberg-Stiege
März 1991 Bildung einer Vorbereitungsgesellschaft (GbR) zur Gründung einer kommunalen Betriebsgesellschaft. Deren Eigentümer sind die Landkreise Wernigerode, Nordhausen und Quedlinburg, die an der Strecke liegenden Gemeinden, die Stadt Quedlinburg, die Gemeinde Tanne und die Kurbetriebsgesellschaft Braunlage.
27.05.1991 Die erste Dampflok erreicht seit dem Jahre 1987 den Brockenbahnhof; Beginn der Sanierungsarbeiten auf der Brockenstrecke. Ein Jahr später wird der planmäßige Zugverkehr zum Brocken wieder aufgenommen
19.11.1991 Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) wird gebildet
15.09.1991 Wiederaufnahme des Zugverkehrs von Schierke zum Brocken mit großer Festveranstaltung und zwei Sonderzügen. Nach mehr als dreißig Jahren wird die Strecke somit zum ersten Mal wieder mit einem Reisezug befahren.
01.07.1992 Wiederaufnahme des fahrplanmäßigen Reisezugverkehrs auf den Brocken
26.11.1992 Verleihung der Bau- und Betriebsrechte durch das Ministerium für Wirtschaft, Technologie und Verkehr des Landes Sachsen-Anhalt an die HSB
01.02.1993 Die HSB übernimmt die Harzquer- und Brockenbahn (sowie die Selketalbahn) in regionale Trägerschaft. Durch diese, in der Rekordzeit von dreizehn Monaten vollzogene Übergabe ist sie die erste NE-Bahn in den neuen Bundesländern mit regelmäßigem Reisezugverkehr

Streckenprofil

Streckenprofil Harzquerbahn